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Confessions

...from the deep
 

Hintergrundinformationen

Wir haben für euch die Geschichte unseres Albums noch einmal etwas ausführlicher zusammengefasst.
Wer sich lieber überraschen lässt, sollte diesen Text nicht lesen, bevor er die CD gehört hat.
 

 
Levana part I
Camera Obscura
Sommertod
Ausgelöscht
Im schwarzen Ozean
Die drei Mütter
Levana part II
Schlüssel meiner Träume
Reise ohne Wiederkehr
Levana part III
 
Albumcover: Confessions De Profundis part I
Ann
Taubenflügel
Opium
De Profundis part II
Lebewohl
Schattendolmetscher
Stadt im Meer
Iliade der Schmerzen
De Profundis part III
 
 

 
 
Sommertod

Camera Obscura

Zunächst einmal erhaltet ihr eine Zusammenfassung dessen, was euch noch erwartet, oder besser dessen, was die Hauptperson Thomas De Quincey erlebte. Er erzählte von seiner Opiumabhängigkeit, in die er durch die Leiden seines Lebens, die ihn schon seit frühester Kindheit begleiteten, getrieben wurde. Er versuchte mehrmals mit der Opiumeinnahme aufzuhören, konnte sich aber nie ganz befreien. Was ihn und sein Leben besonders prägte, waren seine Träume - Träume die kein anderer Mensch je träumte - Träume von seinem Grab - von Tod, Grauen, Ewigkeit und Dunkelheit.
 

Sommertod

Dieses Lied schildert seine Kindheit, die zunächst sehr ruhig und friedlich begann. Er wuchs abgeschieden mit seinen liebevollen Schwestern in Sorglosigkeit auf. Jeden Abend wurde ihnen aus der Bibel vorgelesen und schon in frühester Kindheit lauschte er interessiert und fasziniert. Doch das Leben im Licht blieb nicht lange bestehen. Einige seiner Haustiere und eine Schwester, an die er sich kaum erinnert, starben. Er war zwar noch zu jung um das wirklich zu begreifen, trotzdem prägte es sein Leben. Er zog sich zurück, floh in Bücher und liebte die Einsamkeit. Besonders schlimm traf ihn dann der Tod seiner geliebten Schwester Elisabeth. Er schlich sich in ihr Sterbezimmer und sah sie engelsgleich, doch tot in ihrem Bett liegen. Er verstand nicht, warum Gott sie zu sich nahm und rebellierte im Geiste gegen ihre Auferstehung in Herrlichkeit. Er wollte sie so wie sie war und nicht als strahlendschönes Wesen in Gottes Reich. Während draußen die Sonne schien fühlte er nur Dunkelheit in sich und nahm von ihr Abschied. Später auf der Beerdigung, die er für Heuchelei hielt, hatte er seine erste Vision. Er sah kranke und leidende Kinder die in ihren Krankenbetten in Gottes Arme flogen. Er versank in Trauer und Schwermut und suchte noch mehr nach Stille und Einsamkeit.
 

Ausgelöscht

De Quinceys Gedanken und Erinnerungen wurden nie ausgelöscht. Er erinnerte sich vor allem in Rauschzuständen an alles und verglich daher sein Gedächtnis mit einem Palimpsest. Das ist ein Pergament, von dem im Mittelalter von Alchemisten die alten Schriften entfernt wurden, um es wieder verwenden zu können. Durch die damals verwendeten Verfahren ist es jedoch möglich die ausgelöschten Texte wieder sichtbar zu machen. So ging nichts verloren.
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Im schwarzen Ozean

Der schwarze Ozean ist ein Sinnbild de Quinceys für das Leben mit seinen süßen und seinen schrecklichen Seiten. Er war der Meinung, dass wir auf Erden leiden um später erleuchtet zu werden. Er selbst wurde verabscheut, gehasst und litt sein ganzes Leben. Er erzählte aber auch von Anderen denen es nicht besser ging als ihm. Ein Beispiel, das er anführte, war ein Mädchen, das nach dem Tod von Verwandten mutterseelenallein zurückblieb. Wenn wir wüssten, was unser Leben für uns bereithält, würden wir nie geboren werden wollen.
 

Die drei Mütter

Ein weiteres Sinnbild für seine Theorie des Leidens sind die drei Mütter. Im ersten Teil des Liedes geht es um ein römisches Ritual, bei dem ein neugeborenes Kind zunächst hochgehoben und dann auf den Boden gelegt wird, um zu erkennen, dass die Welt größer ist als das Kind selbst. Die Göttin Levana überwacht das Ritual. Sie verabscheut zwar die Erniedrigung, die das Kind im Staub erfährt, ihre Erziehung ist aber auch nicht angenehm. Sie erzieht mit Leiden, liebt den Schmerz und ist die Herrscherin über die drei Mütter der Schmerzen. Diese drei Mütter herrschen über die Menschen und sie dienen Gott, schweigend und jede auf ihre Weise.
Die älteste ist Mater Lachrymarum, die Mutter der Tränen. Ein anderer Name für sie ist Madonna und sie ist noch recht hübsch mit ihren zarten, süßen Augen. Sie fliegt zu Schluchzenden, stöhnt und ruft nach Gequälten. Sie hat einen Schlüssel zu jedem Haus, sei es Palast oder Hütte und sitzt dort bei Trauernden und Verlassenen.
Die zweite ist Mater Suspiriorum, die Mutter der Seufzer. Sie kann nicht fliegen, sie blickt immer auf die Erde und hält ihr Haupt gesenkt. Sie verliert sich in der Weite und flüstert nur im einsamen Dämmerlicht. Sie steht Verratenen und Verschmähten bei.
Die jüngste und schrecklichste ist Mater Tenebrarum, die Mutter der Finsternis. In ihren Augen flackern die Schmerzen und der Wahnsinn. Sie ist unaufhaltsam und stürmt zum tiefsten Kummer. Alle Macht gehört ihr und wer von ihr berührt wird, welkt dahin. Levana und die drei Mütter sprechen einen Fluch über De Quincey.
Bisher hat sich Mater Lachrymarum seiner angenommen, doch nun soll Mater Suspiriorum sich um ihn kümmern, bis er bereit ist der Dritten zu dienen. Durch Madonna betete er zum Grab und schmachtete in tiefem Schmerz. Und auch in Zukunft wird es für ihn keine Hoffnung oder Erlösung geben und keine Frau die ihn tröstet. Mater Tenebrarum wird ihm die schrecklichsten Wahrheiten enthüllen und ihm Abscheulichkeiten zeigen, bis sein Geist neu und gestärkt wieder entsteht.
Der Fluch
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Reise ohne Wiederkehr

Schlüssel meiner Träume

Bewegen wir uns weiter im Leben von Thomas. Er verbrachte eine Weile in einem Internat, wo er sein Leben nach der (Schul-)Glocke richtete. Doch er lief weg. Dieser Abschied und seine Folgen waren, genau wie die Leiden seiner Kindheit, ein Schlüssel zu seinen Träumen. Einer der Schlüssel, die ihm die Tür zum Opium geöffnet haben und ihm so zehn Jahre voll neuer Leiden bescherten.
 

Reise ohne Wiederkehr

Seine Reise durch England wurde zur Reise ohne Wiederkehr. Er hatte kein Geld und dadurch oft nichts zu Essen. Er traf viele Menschen auf seinem Weg, die er nie wieder sah. Die einen sprachen zwar von Gottes Liebe, verjagten ihn aber anschließend. Ihre Nähe zu Gott war nur gespielter Schein. Aber er fand auch Menschen, die ihm halfen, die ihm etwas zu Essen gaben oder ein Bett für die Nacht. Schließlich landete er in London. Dort zog er in ein altes, verlassenes Haus in dem ein armes Mädchen wohnte. Auch dieses Mädchen sah er später niemals wieder. In diesem Haus begannen seine Träume. Er verhungerte fast und mit der Unterernährung kamen die Visionen.
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Ann

Doch es war nicht alles schlecht in London. Er traf Ann, eine ca. 16 jährige Prostituierte. Sie war genauso arm und verlassen, wie er selbst und er versprach ihr, sie zu retten. Eines Tages, als er vor Entkräftung beinahe gestorben wäre, rettete sie ihm das Leben. Nach einem tränenreichen Abschied in London fuhr er fort, um sich Geld zu leihen mit dem sie zu zweit ohne Not leben könnten. Er kam auch zurück, trotzdem sah er sie nie wieder. Er suchte alle Straßen Londons ab, blickte in jedes Gesicht und fragte nach ihr, aber er wusste nicht einmal ihren Nachnamen. Er fand sie nie, auch wenn er später in seinem Leben immer wieder durch Londons Gassen streifte. Er hoffte, dass sie bereits vom Elend der Welt erlöst worden war. Sie litt an schrecklichem Husten und vielleicht ist sie daran gestorben und ihr Schmerz vergangen.
 

Taubenflügel

Er verließ London, seine Stiefmutter mit dem steinernen Herzen, und überließ andere der Armut und Qual der Stadt. Er musste nicht mehr hungern. Er litt zwar sehr unter seinen Albträumen, doch fand er in Margaret eine Frau, die bei ihm blieb, über ihn wachte und ihm Trost spendete. So gelangte er zum Ort seiner Tröstung, zu dem er, wenn er Taubenflügel gehabt hätte, schon während seiner Zeit in London geflogen wäre.
Taubenflügel
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Opium

Opium

Sein Opiumkonsum fing harmlos an. Er hatte Zahnschmerzen und das Mittel wurde ihm dafür empfohlen. Anfangs erlebte er die schönen Seiten des Opiumgenusses: seine Zahnschmerzen verflogen, er fühlte sich glücklich wie nie zuvor und es gab keinen Platz für Trauer mehr. Die Oper und Musik, aber auch der Klang fremder Sprachen wurden für ihn zum geistigen Genuss. Er streifte oft stundenlang durch geheimnisvolle Gassen, freute sich mit seinen Mitmenschen und musste nicht mehr über ihre Armut nachdenken. Durch Opium wurde Zorn zu Frieden und jede Mühe wurde vergessen. Er erhielt Ruhe und erblickte betörende Bilder. Zunächst war das Opium sein Schlüssel zum Paradies.
 

Lebewohl

Doch das blieb nicht lange so. Er blieb auch ohne Schmerzen weiter am Opium hängen und mit der Zeit überwogen die Schattenseiten. Er fand keinen Frieden mehr, konnte nicht mehr schlafen und verlor seine Hoffnungen. Aus der sanften Schönheit seiner ersten Rauschzustände wurde ein Sturm aus Qualen. In dieser Zeit traf er einen Malaien, dem er Opium für ein paar Tage mitgab. Nachdem dieser die Ration auf einmal genommen hatte, rechnete Thomas mit seinem Tod. Doch da ein Asiat zu dieser Zeit in England deutlich auffiel und Thomas nichts von einem eventuellen Tod des Mannes hörte, scheint er die Menge überlebt zu haben.
 

Schattendolmetscher

Zum besseren Verständnis seines „Schattendolmetschers” erzählte er von einer Erscheinung am Brocken. An manchen Frühsommertagen kann man sie dort sehen und die Gestalt wiederholt alle Gesten, die man ihr vormacht. So wie diese Erscheinung nur eine Spiegelung ist, war der Schattendolmetscher ein Spiegelbild von De Quincey und er begleitete ihn Tag und Nacht. Er erzählte und erklärte das, was Thomas' Ich tagsüber oder in Träumen sagte und tat und erinnerte sich an alle Gedanken und Augenblicke. Er begleitete ihn und stand ihm bei.
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Nun nehmen wir euch mit in die Träume von Thomas De Quincey.
 

Stadt im Meer

In einem Traum sah De Quincey die Stadt Savannah la Mar, eine Stadt, die über Nacht mit allen Einwohnern im Meer versank und so zu einem Denkmal für Gottes Zorn wurde. Er erblickte sie tief unter den kristallklaren, blauen Wogen des Ozeans und reiste mit dem Schattendolmetscher durch die tote Stadt. Sie fanden Altäre in Frieden und Glanz, aber auch tote Kinder, die in der Stille bis zum Morgenrot schliefen. Auf dem Leiden der Welt wird Gott sein Paradies erbauen. Das hier und jetzt ist dagegen unbedeutend, nur ein Hauch, nichts was bestand hat oder wichtig wäre. Gott lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit und wie unfassbar kurz und unwichtig ist ein kleiner Moment in dieser Zeitspanne.
 

Iliade der Schmerzen

Er war gefangen in seinen Träumen und in seinem Wahn. Er blickte in den Abgrund der Nacht. Er träumte von Prozessionen, die ihn in Abgründe warfen, von Räumen und Ländern die sich veränderten, von seiner Kindheit, von Legionen, von endlosen Treppen, glühenden Kristalltürmen und Spiegelseen. Und die ganze Zeit verfolgten ihn menschliche Gesichter.
Er träumte vom Orient, wo der Malaie, den er einst traf, herkam. Von diesem wurde er in eine fremde, exotische Welt verschleppt. Thomas lief davon und wurde von der Nacht gefangen. Er wurde geopfert und floh vor den indischen Göttern, vor Brahma, Shiwa und Wischnu. Außerdem traf er auf Krokodile und ägyptische Götter, er floh aus der Finsternis des Wahnsinns, aus den Kerkern, in denen er unter Krokodilen leben musste.
Doch seine Hoffnung rettete ihn schließlich auf seiner Flucht. Egal wie weit er auch floh, alles um ihn herum verwandelte sich nur wieder zu Krokodilen, die ihn anfielen. Bis er endlich geweckt wurde, von den Stimmen seiner Kinder, die ihm kurz Hoffnung und Erlösung brachten.
Doch er träumte auch von anderen Kindern aus seiner Vergangenheit. An einem schönen Sommertag auf dem Land sah er tote Rinder um ein Grab liegen und in dem Grab ein totes Kind, dass er einst liebte. Plötzlich war er in Jerusalem und unter den Palmen erblickte er Ann. Ann - so viel schöner als früher und ohne Tränen. Zusammen verschwammen sie im Nebel und liefen noch einmal gemeinsam durch die nächtlichen Londoner Lichter.
Der Fluch der drei Mütter erfüllte sich. Von Not und Schmerzen gequält begann De Quinceys letzter Kampf, den er nie gewann. Er träumte von Alarm, Flüchtenden und Gesichtern um ihn her im wilden Chaos. Er sah alle, die er liebte. Und dann enthüllte ihm die Mutter den fürchterlichen Namen des Todes. Er wollte nie mehr schlafen...
Es gab niemals mehr Ruhe für ihn. Auch in Zeiten, in denen er kein Opium nahm, hörten die Träume niemals auf.
Stadt im Meer
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Albumcover: confessions