Love Madness Death
The mesmeric Narrative of Edgar Allan PoeLyrics
who wants to get surprised, should not read on, if he had not listen to the CD, yet.
Love Madness Death I - Ouverture |
|
|
(Instrumental) |
|
|
Overview |
|
Gefallener Vorhang |
|
| Strophe 1 |
Vater – Der Vorhang ist für Dich gefallen, die Bühne hat Dein Werk vergessen, Deinen Namen hörte man verhallen, blanker Neid hat Dich zerfressen. Zu oft schon von der grünen Fee getrunken, Deine Träume verblasst – verschwommen, spurlos in Ewigkeit verschwunden, vom roten Tod bei der Hand genommen. |
| Refrain |
Er hat schon lange das Land verheert, er machte daraus ein blutiges Meer, er bringt immerfort Unheil und Grauen, er wird auch Euch in die Augen schauen, er kommt wie ein Dieb in tiefer Nacht, er hat Euch die Pestilenz gebracht, er herrscht mit Fäulnis und Finsternis, über allem sein Pestbann ist. |
| Strophe 2 |
Mutter – Der Vorhang ist für Dich gefallen, der Rote Tod hat auch Dich geholt. In Armut und Elend allein gelassen, gehustet hast Du bis zum Tod Niemand kam um Dich zu heilen, die Last hast Du allein getragen, musstest in Feuchte und Kälte weilen. Ach - ich würde Dir so vieles sagen. |
| Strophe 3 |
So fällt der Vorhang auch vor meinen Augen, die von nun an leuchten und schimmern so übernatürlich in gespenstischem Grauen. Nur eines heilte mein Weinen und Wimmern. Ein Medaillon, in dem Dein Bildnis war, dies Antlitz elfengleich – verzaubernd, Dein rabenschwarzes lockiges Haar und diese geheimnisvollen Augen. |
|
Overview |
|
Mutters Tod |
|
| Elizabeth: |
„Seit Wochen lieg’ ich hier so ruhig ich kann. Der Klang der Glocken erinnert mich daran, wie wenig Lebenskraft noch in mir ist … … und mit der Zeit vergeh’ auch ich. Edgar…?! Rosalie…?! Edgar, mein geliebter kleiner Sohn, nimm dieses Medaillon, und Du, meine Kleine die Schatulle… … den Inhalt leider längst verkauft. Mehr hab’ ich nicht für Euch, … kann nicht mehr für Euch sorgen, … vererbe nur Armut und Leid. Ich küsse Euch ein letztes Mal, gesegnet sollt Ihr sein. Erleichterung naht nun für mich, doch lass’ ich Euch ungern allein.” |
|
Overview |
|
Zartes Leiden |
|
| Strophe 1 |
Ein letzter Blick auf Mutter, die schlief auf ihrem Totenbett so süß und so tief, Ihr letzter Schlaf – ihr langes Leiden barg einzig Entsetzen und Unbegreifen. Nur eine Locke ist mir noch geblieben. Mutter – warum nur bist Du verschieden? |
| Refrain 1 |
Ach, könnten doch alle – an diesem zarten Leiden, die ich liebe aus des Lebens Blüte scheiden inmitten des Gedenkens an vergangene Zeit, wenn das Jahr sich seinem Ende neigt. Für immer begraben in gefallenem Laub, auf das glitzernd die herrliche Sonne schaut. |
| Strophe 2 |
So lagst Du vor mir im Totengewand, auf Deine Stirn legt’ ich sanft meine Hand. Kein Zittern entfuhr meinem kleinen Leib, kein Seufzen drang hinaus in die Ewigkeit. Die Lilien seh’n weinend auf Dich hinab, schau’n im Wind auf Dein namenloses Grab. |
| Refrain 2 |
Ach, könnten doch alle – an diesem zarten Leiden, die ich liebe, aus des Lebens Blüte scheiden inmitten von Herrlichkeit und Leidenschaften, die brennend wie Feuer an Herzen haften. Denn Liebe und Tod sind für immer vereint in einem Leben gezeichnet von Leid. |
| Bridge |
Wie zauberhaft schön war jene Zeit, als verflossen Schreck, Trauer und Leid. Die Liebe, die mir Stiefmutter gab Verbannte Erinnerungen Tag für Tag. Doch Stiefvaters Strenge und Züchtigung wandelten Liebe in blanken Hass um. |
|
Overview |
|
(Sur)realität |
|
| Bridge 1 |
Ich wuchs heran – umgeben von Geschichten und lauschte oft dem Grusel uns’rer Sklaven |
| Strophe 1 |
Wir ritten an düsteren Gräbern vorbei, da hörte ich dumpf der Toten Geschrei! Noch unter der Erde, doch sie graben sich aus und kommen langsam aus den Gräbern heraus! Durch Voodoo erweckt kommen die Toten hinter uns her, sie wollen uns holen und mit sich in die Tiefe ziehen, in ihre Gräber – uns bleibt nur zu fliehen. |
| Strophe 2 |
Doch auch in Träumen folgt mir der Tod. Er läss;t meinen Geist nimmermehr los, schickt einen Teufel als Bote: ein Rabe, der mir zu verkünden habe, er sei der Geist des Roten Tods, den ich zurück ins Leben zog. Durch mich erweckt läss;t sich der Schemen niemals von meiner Seele nehmen. |
| Bridge 2 |
Des Rabens Augen blicken streng auf mich aus Vaters Gesicht, deshalb ängstigt er mich. |
| Bridge 3 |
Ich wuchs heran – umgeben von Geschichten und lauschte oft dem Wagemut der Gäste. |
| Strophe 3 |
Wir stachen in die See hinaus, das ging damals noch glimpflich aus: Wir erreichten sicher Englands Strand und lebten fünf Jahre in diesem Land. Auf der Reise mit Reynolds, so schlimm sie auch war, trotzten wir bisher jeder Gefahr. Mit Büffelbutter und Opium an Bord lenkten gen Süden wir unser Boot. |
| Strophe 4 |
Nach einer blutigen Meuterei brach im Orkan unser Heck entzwei. Ich treibe mit Reynolds ohne Nahrung im Sturm immer weiter nach Süden, alle Hoffnung verlor’n. Kurz vor dem Kentern erreicht uns ein Schiff, doch die alten Matrosen reagieren nicht. Des Sturmes Dunkel verblass;t nun im Licht: Strudel des Pols und weiße Vögel in Sicht! |
| Bridge 4 |
Wir gingen im Eis des Südens zu Grunde, eine Flaschenpost erzählt uns’re letzte Stunde. |
| Outro |
Tekeli-li! Tekeli-li! Tekeli-li! |
|
Overview |
|
Tekeli-li! |
|
|
(Instrumental) |
|
|
Overview |
|
Die Muse |
|
| Edgar: |
„Oh Byron, du leidenschaftlicher Poet, in meinen Werken hast Du weiter gelebt. Doch Du warst verrufen – verpönt, als Imitator haben sie Dich gewähnt. Mit Dir hatte ich nur eins gemein, es war nicht der Klumpfuß, nein! Wir waren ihnen geistig überlegen und so gewannen wir dies Ansehen. Nie waren wir schwach und ängstlich und schwammen Meilen, die unendlich schienen. Unter drückender Hitze schwer hast Du den Hellespont durchquert. Und zu mir blickten alle auf, als ich schwamm Meilen den Strom hinauf.” |
|
Overview |
|
Geistesfall |
|
| Strophe 1 |
Ich lebte in geborgtem Luxus, der jetzt nur noch in Büchern lebt. Ich hatte alles im Überfluss, von Mutter in Zärtlichkeit eingewebt. Mein wahres Zuhause blieb immer dort. Ich nahm in Gedanken alles mit fort und beschrieb es, wenn ich Geschichten erfand. Damals war Mutter häufig krank. |
| Strophe 2 |
Oh Helen, damals traf ich Dich, Deine zarte Schönheit bewunderte ich. Du warst so gebildet und intelligent, hast mich durch fremde Lyrik gelenkt. Nur Du hast mich immer verstanden, unser Wesen und Kunst, die uns geistig verbanden. In meinen Gedanken bleibst immerdar, Du Helen – Ligeia – wunderbar. |
| Strophe 3 |
Zuerst starb Dein Geist, dann folgtest Du. Dich zu verlieren ließ mir keine Ruh’. Dämonen umschleichen mich des Nachts, nicht mehr gebannt durch Dein Licht des Achats. Nichts blieb zurück bis auf Deinen Sarg, melancholisch besuchte ich oft Dein Grab. Liebe empfinde ich, wie ich damals begriff, nur für Schönheit in des Todes Griff. |
|
Overview |
|
Stiefvaters Zorn |
|
| John: |
„Was glaubst Du eigentlich, wer Du bist? Mich als Ehebrecher zu bezeichnen und Dich auf die Seite Deiner Mutter zu stellen?
In wessen Händen liegt wohl Deine Zukunft? Ich habe die alleinige Entscheidungsgewalt und Du wirst nie mein Fleisch und Blut werden.
Du tust nichts für mich und hast auch sonst nichts zu tun. Du führst Dich auf, bist verdrossen und schlecht gelaunt. Ich kann das
nicht verstehen. Dabei habe ich mir so viele Mühe mit Dir und Deiner Erziehung gegeben. Aber Du zeigst keinerlei Anerkennung und auch keine
Liebe, Anhänglichkeit oder Sorge. Nur Deine Freunde haben Dich dazu verleitet, daß Du Dich so verhältst. Hätte ich meine
Pflicht Gott gegenüber so gewißenhaft erfüllt wie Dir, empfände ich keinen Schrecken vor dem Tod. Möge Gott mir helfen
und Deinen Bruder und Deine Halbschwester segnen, auf daß er sie beschützt und ihnen das Leid erspart, das Du mir auferlegt hast. Du
lässt Dich doch nur verwöhnen und blickst ahnungslos in eine sichere Zukunft. Doch lass Dir eines sagen: Es gibt keine
Sicherheit für Dich!” |
|
Overview |
|
Zu weit - zu spät |
|
| Strophe 1 |
Oh Myra – Elmira, meine Freundin und Liebste, meine melancholisch ruhige Seele, las Verständnis in Deinen schönen Augen. Deine träumerisch traurigen Augen strahlten mich an aus Deinem blassen Gesicht, so lieblich, kindlich, wunderschön! Für Bildung ließ ich Dich zurück und Dein Vater war letztlich unser Tod. |
| Strophe 2 |
Sie sei zu jung, behauptest Du. Ich glaube, Vater sprach schlecht von mir. Und vielleicht ahntest Du bereits, was ich später erst erfuhr: dass ich nie sein Erbe würde. Du gabst ihr meine Briefe nicht – voll Sehnsucht und Liebesschwüren – und meine Myra einem Anderen. |
| Refrain |
Zu weit, um für Dein Herz zu kämpfen, zu spät bis ich davon erfuhr. |
|
Overview |
|
Spiegelbilder |
|
| Strophe |
Die Universität – ein Haus in den Bergen, von knorrigen, gigantischen Bäumen gesäumt, ehrwürdig alt war’n die verwinkelten Mauern, die Schattenalleen so ruhig und verträumt. Die Hülle der Luft ward einzig durchbrochen vom dröhnenden, dumpfen Klang der Glocken, die uns morgendlich dem Schlaf entrissen und die Studenten zum Pauken zwang, die in der Blüte ihrer Jugend standen – der Tag geprägt von Raufereien und Zank, von Spielen, Exzessen und Trinkgelagen – und meine Gedichte brachten Freude am Abend. |
| Bridge |
Düster romantisch war’n meine Gemächer, Sir Harold an Bord und Manfred am Gletscher und Byron selbst mit grotesken Gestalten malte ich an die Wände der Säle und Hallen. |
| Refrain 1 |
Dort stand ein Spiegel, der vorher nicht war - bestürzt vor Entsetzen, als ich hinein sah: ein Ausdruck von Ekel und leichenblass – ein Spieler und Trinker gezeichnet von Hass! Er war nicht ich, doch trug meinen Namen, verstand es, meine Macht zu untergraben, lehnte sich auf, unterwarf sich niemals, war mir überlegen, griff freudlos zum Glas. |
| Refrain 2 |
Dort stand ein Spiegel, der vorher nicht war. bestürzt vor Entsetzen, als ich hinein sah: ein Mensch in Armut und ohne Geld, nur Trinken und Spielen war’n seine Welt, doch verlor er im Rausch eine jede Partie, er lebte in Schulden und gewann nie. So blickte ich tief in den Spiegel hinein: dies’ Gesicht – diese Züge – sie waren mein. |
|
Overview |
|
Ragde Eop |
|
| Strophe 1 |
Um den Schmerz hier zu ertragen, um die Schmach kurz zu vergessen, um den Studenten zu entfliehen, nahm morgendlich ich Opium. |
| Strophe 2 |
Der Friede wird heute gestört, Verderbtheit und Sünde der Krieg erklärt. Uns’re kleine Einheit verschanzt vor der Flut aus Hass und Gewalt des polizeilichen Heers. |
| Strophe 3 |
Mutig wagen wir den Ausfall – seh’ Freunde fallen um mich her – von der Menge umtobt, kämpfend wie rasend gelang mir die Flucht in die Rauhen Berge. |
| Strophe 4 |
Verwundet wandle ich auf Pfaden, die nie ein Fuß zuvor betrat – durch Nebel und Stille, durch traumgleiche Schönheit – ich durchschritt eine Grenze, ließ mein Selbst zurück. |
| Strophe 5 |
Ich starb, ich spüre nichts als Tod. Ein elektrischer Schlag erschüttert die Seele, durch wirbelnde Farben schwebe ich leicht – Reinheit und Licht, nichts Böses in mir. |
| Strophe 6 |
Ein weiterer Schock, ein Gefühl von Schwere – ich muss in meinen Körper zurück, wo des Schicksals schwarze Fesseln mein Licht von innen her zerfressen. |
|
Overview |
|
Traum im Traum I - Präsomnium |
|
|
(Instrumental) |
|
|
Overview |
|
Edgar's Flucht |
|
| Edgar: |
„Nur eine Nacht, Vater, und ich habe entschieden. Mich Dir unterwerfen lass’ ich mir nicht bieten. So, Vater, werde ich also von Dir
scheiden, konntest mein Wesen doch niemals leiden. Alle Schuld gabst Du mir allein, doch Du kannst Dir sicher sein: Deine Knaus’rigkeit war’s, die
mich zwang zur Spielsucht, denn mir war lange bang. Brauchte doch Geld zum Essen und Wohnen, die Armut wollte mich nicht verschonen. Bewusst hast
Du mich so weit gebracht, dass nur noch Düsternis über mich wacht. Noch nicht mal Geld für ein Buch hatte ich und Du nennst mich
verschwenderisch? Ein Nichtsnutz und Müßiggänger soll ich sein? Von allen gedemütigt – ich fühle nur Pein. Meine Hoffnung
zerstört – verzweifelt – verlassen. Mich nach Dir richten? Ich kann Dich nur hassen! Wie Byron zieh’ ich aus, die Griechen zu frei’n. War doch
nie Dein Kind und werd’ es nie sein.” |
|
Overview |
|
Nehmt mich mit fort! |
|
| Intro |
Mutter! |
| Refrain 1 |
Zu weit entfernt, dein Schwinden zu bemerken, zu spät bis ich davon erfuhr. |
| Strophe 1 |
Wieder einmal steh’ ich hier, Helen – Ligeia – so nah bei Dir. Fall’ auf die Knie an Mutter’s Grab, so lang’ war ich nicht bei ihr. Sie liebte mich und ich liebte sie, ich weiß, sie fragte oft nach mir. Verwaist stirbt etwas tief in mir, nie wieder sie zu sehen… |
| Strophe 2 |
Fand Zuflucht vor Vater bei Tante Maria, ein Engel in Armut und bitterster Not. Teilte das Bett mit meinem Bruder, falls er nicht betrunken durch Spelunken zog. Von Schwindsucht verzehrt erzählt er des Nachts, Seefahrererinnerungen nehm’ ich in mich auf. Oh, lass’ mich Deine Qualen lindern, sie fressen auch mich auf. |
| Strophe 3 |
In mesmerischer Trance fand’st Du endlich Frieden. Ich fragte Dich nach Deiner Pein. Du sagtest, Du hättest keine Schmerzen, nach Monaten Ruhe begannst Du zu schreien: „Oh Gott – weckt mich – ich bin tot!“ Ich konnte nichts tun – ich lasse Dich geh’n – und in meinen Armen löst mein Bruder sich auf. Ihr fehlt mir so – Geliebte doch tot – ich wünschte, ich könnte Euch folgen. |
| Strophe 4 |
Euren Tod wünsch’ ich für mich, verblassen und entschwinden. Zartheit und Schwäche fesselt und zehrt, dies wünsche ich all meinen Lieben. Das höchste Empfinden weckt die Poesie im Tod einer schönen Frau. Diese melancholische Schönheit schmerzt und erfüllt mich mit Wehmut und Liebe. |
| Strophe 5 |
Allein steh’ ich mit Grabgedanken in klarer Nacht und Einsamkeit. Kein Licht - kein Stern, der Tröstung schenkt in der Stille der Unendlichkeit. Seelen, die ich einst geliebt, umringen tot mich nun und weichen nimmermehr von mir und überschatten ewig meinen düst’ren Geist. |
| Strophe 6 |
Nach Mutters Tod fehlt ihre Zärtlichkeit und Vater verstieß mich endgültig. An der Militärschule suche ich Schutz vor Marias Not und den Seelen der Toten. Der Poet in mir stirbt an Disziplin und ich verliere jede Hoffnung. Ich fühle mich hier lebendig begraben, auch verhasster Alkohol tröstet nicht. |
| Strophe 7 |
Ich ignoriere Befehle, fliege endlich hier raus, doch auch dieser Sieg ist bitter. Kein Geld, keine Zukunft, keine Hoffnung, kein Glück – Vater, nimm mich doch zurück! Allein und krank seh’ dem Tod ich entgegen, eitriges Blut tropft aus meinem Ohr, schrieb einen Brief an meinen Bruder, doch antwortet er mir nimmermehr. |
| Strophe 8 |
Allein, nur Tote um mich her, zu kraftlos, um von Gedanken zu sprechen. So schwach erwarte ich den Tod. Verzweiflung zerrt an meinen Nerven. Meine Schwester bleibt geistig für immer ein Kind und ich geh’ dem Wahnsinn entgegen. „Roter Tod, fraßt Bruder, Vater und zwei Mütter – hol’ auch endlich mich!” |
| Refrain 2 |
Zu spät, dem Abgrund zu entgehen, zu tief die Schatten um meinen Geist. Zu spät, dem Strudel zu entfliehen, zu tief des Wahnsinns Dunkelheit. |
|
Overview |
Die Lust am Untergang |
| Strophe 1 |
Dies ist die Lust am Untergang – die Auflösung der Seele. Die grüne Fee betäubte oft die Unrast, die mich quälte. Doch ein Vergessen legte sich auf die Welt um mich herum, als ich gefesselter Sklave wurde in den Fängen des Opiums. War seinem Zauber nun verfallen, war gefangen in seinem Bann und meine Werke zeugten von den Träumen, die mein Geist ersann. |
| Strophe 2 |
Dies ist die Lust am Untergang – ein Machtkampf meiner Seele. Künstliche Erregung bannte nun die Trunksucht, die mich quälte. Und als ich einst im Fieber lag nahm ich ein Quäntchen Opium. Die kleine Dosis, wie mir schien, lind’re mein dunkles Delirium, auf das ich fände etwas Schlaf, dessen Segen ich nicht genoss in den letzten Krankheitstagen, doch zu viel Gift ins Glas ich goss. |
| Bridge |
In Träumen zwischen Schlaf und Wachen sah ich die einsame Stadt im Meer und dort den Tod sein Werk entfachen. Kein Strahlen drang vom Himmel her. Doch ein Licht stieg aus dem Grab durch die stummen Himmelswasser. Stöhnend sank die Stadt hinab. Der Himmel wurde immer blasser. Und als ein Wind begann zu weh’n vernahm ich, wie Dämonen riefen – De Quincey, den ich konnte sehen dort unten in den Grabestiefen. |
| Strophe 3 |
Dies ist die Lust am Untergang – Spiele enden in Exzessen. Der Schleier fiel, als ich erwachte und, um den Alltag zu vergessen, griff ich erneut zum Opiat, um aus dem Seelentief zu flieh’n, das immer mehr mich schmerzen ließ und mich zu zerstören schien. Mein krankhaft überreizter Wahn schuf immer neue Ausgeburten, die nach jedem Sturz ins Leben zu Themen meiner Werke wurden. |
|
Overview |
|
Love |
|
|
(Instrumental) |
|
|
Overview |
|
Traum im Traum II - Postsomnium |
|
|
(Instrumental) |
|
|
Overview |
|
Dunkle Zeiten |
|
| Edgar: |
„In diesem Haus erfüllt von Sorgen ist gezeichnet von Elend jeder Morgen. Wir leben in trostloser Monotonie, in Armut und Not, so schlimm wie noch nie. Doch bewahrte uns Vater vor dem Untergang, obgleich ich verlor seine Güte schon lang. Ein letztes Mal schickte er uns Geld, bevor auch er schied von dieser Welt. Nur eines gibt es, das mir bleibt: Maria, Virginia – Eure Liebe und Herzlichkeit.” |
|
Overview |
|
Aus der Verzweiflung |
|
| Intro |
Die Not um uns stieg nochmals an, als der Tod Großmutter holen kam. Sie kann endlich alle Sorgen vergessen, doch ohne ihr Geld fehlt es uns an Essen. |
| Strophe 1 |
Manch ätherisches Wesen konnte einen Moment die furchtbare Last der Seele lindern, wenn an strahlender Schönheit blass Krankheit hängt und vom Opium Augen träumerisch zwinkern, wenn Geist und Kultur aus dem Inneren strahlen, eine Aura der Poesie sie zärtlich umgibt, das Sehnen erwächst zu geistigen Qualen, doch schrecken mich alle – nur eine geliebt. |
| Strophe 2 |
Doch sind wir unendlich weit getrennt. Ein And’rer möchte für Dich sorgen. Wie kann ich Dir Wohl und Zukunft missgönnen? Doch bricht mir das Herz, denk’ ich an mein Morgen. Virginia – Geliebte – oh, komme und bleibe! Heirate mich, mein reizendes Kind. Deine Zartheit und Reinheit können mich heilen. Zu viel düst’re Gedanken in mir sind. |
| Refrain |
Du wirst zu ihm gehen und mich verlassen – zu spät – zu weit – nicht noch einmal! Statt mich vor Trauer vergehen zu lassen, komm’ ich zu Dir und hole Dich. |
| Strophe 3 |
Ihr zwei seid meine Familie, meine Frau – eine lieblich blasse Lilie – und Mutter Maria, die mit einfachem Geist mein Innerstes zu verstehen weiß. Langsamer nagt die Depression, schlimmen Stunden folgt noch immer Delirium, doch wachst Du immer über mich, seufzt oft vor Sorge, doch hältst stets zu mir. |
| Strophe 4 |
Versteckt in Deinen warmen Flügeln, entbrannt für Virginias blasse Gestalt – ihre schwarzen Locken meinen Geist beflügeln, Melancholie bleibt am Boden, verlassen und kalt. Ohne viel von Kunst zu wissen umgibt Euch doch die Poesie. Nie wieder möchte’ ich Euch vermissen, Sinn für mein Leben, Heilung wie nie. |
|
Overview |
|
Ad Absurdum |
|
| Edgar: |
„Welches sind wohl die Unterschiede zwischen dem Menschen und der Maschine? Sind es die Fehler, dem Menschen eigen, zu denen Maschinen niemals neigen? Doch sind die denn so fehlerlos? Sie zeigen uns doch eben bloß, wenn sie oft nicht funktionieren und manches Mal kapitulieren, den Fehler, unter dem wir leiden: dass wir Menschen sind und bleiben. Und so begriff ich vollends just die zwei Seelen in meiner Brust.” |
|
Overview |
|
Ligeia Virginia |
|
| Strophe 1 |
Ligeia Virginia – Du strahlender Glanz eines Opiumtraums – ich gehör’ Dir ganz – vollkommene Schönheit – ätherisches Bild, Dein Herz voller Hingabe – die Augen so wild – überirdisch – geheimnisvoll – schimmernde Lichter in göttlichem Gold. Deine Schönheit zog in meine Seele ein, lebt dort wie in einem Heiligenschein. |
| Strophe 2 |
Ohne Dich wär’ ich wie ein Kind – im Dunkeln gefangen, wenn die Nacht beginnt. Womit habe ich verdient dies’ Glück? Unwürdig bin ich – von Liebe verrückt. Doch Deine Augen – so groß und geheim – sie brannten nun plötzlich in strahlendem Schein – die Blässe des Todes in Deinem Gesicht – der Rote Tod berührte auch Dich. |
| Bridge |
Noch sind’s nur Schwäche und Müdigkeit, doch was kommen wird weiß nur die Zeit. Ich werde Dich pflegen – die Hand in der Deinen – Dein starker Husten lässt Dich so leiden. |
| Refrain 1 |
Ligeia Virginia – ich entbehrte so viel – Dein Leben verschönern – mein einzigstes Ziel. Du verlangst so dringlich nach Leben – meine ganze Liebe will ich Dir geben. |
| Refrain 2 |
Ligeia Virginia – nun wurde mir klar, wie stark Deine Liebe für mich immer war. Sie war nie gewöhnlich, war nie alltäglich in einem Herz wie Deinem – so leidenschaftlich. |
|
Overview |
|
Leben |
|
| Strophe 1 |
Oh Eleonora – mit Dir fernab der Welt – im bunten Gras in unserem Tal vergehen die Stunden ungezählt - vergessen sind alte Not und Qual. |
| Strophe 2 |
In seliger Stille blühten Maßliebchen. Voll Unschuld und Reinheit wuchst Du heran. Als rubinrote Blüten begannen zu sprießen, hob uns’re Welt zu singen an. |
| Strophe 3 |
Du versetzt mich in Ekstasen durch Liebreiz, Kunst und Poesie. Mein Geist schäumt über - von Gesang getragen - so viel gefühlt hab’ ich noch nie. |
| Strophe 4 |
Inmitten von Wonne und Seligkeit zieht eine Wolke über uns auf: Gedanken an Tod überschatten die Zeit und meine Geschichte nimmt ihren Lauf. |
| Strophe 5 |
Denn wir, die auch des Tages träumen, wissen wohl, was einst geschieht. Sterbend fallen Blüten von den Bäumen, die Schatten haben von Neuem gesiegt. |
| Strophe 6 |
Ich zwängte Dich in diese Zeilen, als ich unendlich glücklich war - beschwor von Neuem altes Leiden, ich ließ Dich singen wunderbar. |
| Strophe 7 |
Entschwebt in himmlich hohen Sphären lauschte ich entflammt von Glut. Dein Singen begann, Dich zu verzehren und plötzlich spucktest Du das Blut! |
| Strophe 8 |
Verstört blicken Deine Augen, Liebe und Verzweiflung blickt Dir entgegen. Mit fiebernder Bemühung mach’ ich uns glauben, meine Pflege schenke Dir neues Leben. |
| Strophe 9 |
Bin immer bei Dir und tu’ was ich kann, umsorge und bewache Dich. Gegen den Roten Tod kommt keiner an und so verschlingt der Wahnsinn mich. |
| Strophe 10 |
Oh bitte, bitte bleib bei mir, ohne Dich kann ich nicht sein. Ich weiß, alleine ende ich hier. Keine And’re wird jemals mein. |
| Strophe 11 |
Bis heute herrschte klare Vernunft, doch spüre ich meinen Geist sich wandeln. Ungewissheit und Schatten sind meine Zukunft, schaff’ ich es nicht, Dich frei zu handeln. |
|
Overview |
|
Love Madness Death II - Ekstase |
|
| Strophe 1 |
Ein Hauch von Schwermut – tief und finster - hing über uns an diesem Ort. Nach meinen Eltern, meinem Bruder nimmt der Tod bald Dich hinfort. Ein Hauch von Kummer in der Luft, den ich sog tief in mich ein. Dein Scheiden ließe mich zurück hoffnungslos, schwach und allein. |
| Bridge 1 |
Doch musst Du mir Ekstase geben, denn Deine Liebe ist mein Leben – höchsten Genuss und Harmonie, Engelsgesang und Harfenspiel. |
| Refrain 1 |
Es war Liebe – Dein Gesang gab mir Ekstasen - es war Liebe – als Deine Blutgefäße brachen - es war Liebe – die sich über mich ergoss - es war Liebe – als Dein Blut in Strömen floss. |
| Strophe 2 |
Ein Hauch von Trauer als ich sah, was ich hab’ herauf beschwor’n. An Deiner Seite saß ich lang. Dein Leben gab ich schon verloren. Ein Hauch von Schmerz, als ich begriff: Ein jeder tötet, was er liebt. Dann endlich hast Du Dich erholt, doch hat Hoffnung nur kurz gesiegt. |
| Bridge 2 |
Denn Du musst mir Ekstase geben. Dein Gesang – er ist mein Leben. Und blutest Du doch stark und schwer, so liebte ich Dich nur noch mehr. |
| Refrain 2 |
Es war Wahnsinn – es war schon zu spät für mich - es war Wahnsinn – ertragen konnte ich es nicht - es war Wahnsinn – als ich den Verstand verlor - es war Wahnsinn – der da kroch in mir empor. |
| Strophe 3 |
Ein Hauch Verzweiflung tief in mir, denn die Zeit, sie wird bald kommen, wenn Leben und Verstand im Ringen mit der Furcht sind bald zerronnen. Ein Hauch Betäubung musste sein während Deiner langen Leiden. So trank ich wieder viel zu oft, denn niemand kann Dich jemals heilen. |
| Bridge 3 |
Doch muss ich mir Ekstase geben, denn ohne sie kann ich nicht leben. Ein intensives Farbenströmen – von Irdischem muss ich mich lösen. |
| Refrain 3 |
Es ist der Tod – die Furcht vor ihm mich nie verließ - es ist der Tod – die Hoffnung auf ein Paradies? Es ist der Tod – und doch fasziniert er mich - es ist der Tod – in tiefer Angst, er holt bald Dich. |
|
Overview |
|
Madness |
|
|
(Instrumental) |
|
|
Overview |
|
Erwachen |
|
| Freund: |
„Bist Du wach?” |
| Edgar: |
„Wo bin ich?” |
| Freund: |
„Ruh’ Dich aus, ich bringe Dich nach Hause.” |
| Edgar: |
„Aber ich muss doch mit dem Präsidenten sprechen! Ohne Unterstützung kann ich nie meine eigene Zeitung gründen.” |
| Freund: |
„Es ist besser, wenn ein Anderer das für Dich übernimmt. Auf gesellschaftliche Konventionen hast Du ja nie viel Wert gelegt, aber
das Verhalten, das Du nach dem vielen Portwein noch tagelang zeigtest, ging zu weit. Ich hoffe, dass sich das noch nicht zu weit herum gesprochen
hat, sonst können auch wir nichts mehr für Dich tun. Warum arbeitest Du nicht weiter für Graham?” |
| Edgar: |
„Ich arbeite noch für ihn, wenn ich dazu komme. Aber die Krankheit von Virginia, das ewige Hoffen auf Genesung und die Verzweiflung, wenn
diese Hoffnung wieder stirbt, machen mich wahnsinnig. Und dieser Wahnsinn ist es, der mich zur Flasche greifen lässt. In klaren Momenten
rühre ich keinen Tropfen an. Du hast gesehen, was der Alkohol von mir übrig lässt. Tagelang kann ich nicht schreiben. Ich blieb zu
oft der Arbeit fern. Graham musste Ersatz für mich suchen. Und Grisworld hat es verdient, er ist so ein netter Mann.” |
| Freund: |
„Findest Du? Auf mich wirkt er, als würde er für ein bisschen Ansehen sogar seine Mutter verkaufen. Ich mache mir Sorgen um Dich. Du
musst mit dem Alkohol aufhören, sonst entgehst Du Deinem finanziellen und gesellschaftlichen Untergang nicht mehr.” |
| Edgar: |
„Ach, die Gesellschaft! Mit großen Buchstaben haben sie mir „Säufer“ auf die Stirn geschrieben und mich fallen gelassen. Mein Ruf
ist schlecht, weil ich menschliche Fehler habe, weil ich am Siechtum meiner Liebsten zu viel Anteil nehme. Und statt zu verstehen und zu verzeihen
wird alles in den Schmutz gezogen, was ich geleistet habe und immer noch zu leisten fähig bin. Wer sonst kann jedes Kryptogramm
entschlüsseln, Verbrechen durch reine Gedankenleistung lösen oder die Wirkung von Gedichten analytisch berechnen? Selbst jetzt im Wahn
überragt mein Geist die Meisten dieser oberflächlichen Wichtigtuer. Und trotzdem sind nur so wenige übrig, die trotz allem zu mir
stehen.” |
| Freund: |
„Dafür kannst Du Dich auf uns Wenige umso mehr verlassen.” |
| Edgar: |
„Aber die Anderen lassen mein Leben zur Hölle werden und mein Ruf färbt auch auf meine Freunde ab. Ich will nicht, dass Ihr oder
Virginia das noch länger ertragen müsst. Am besten, ich ziehe mit ihr irgendwohin, wo Ruhe herrscht, fernab von dem Gerede.” |
| Freund: |
„Wie willst Du das machen? Du hast kaum Geld und Virginia wird so eine Reise nicht überstehen.” |
| Edgar: |
„Sie muss! Sterben wird sie ohnehin früher oder später und vielleicht tut ihr die Ruhe gut. Aber sie muss bei mir bleiben! Ich darf
nicht allein bleiben! Ich brauche Ruhe und die Liebe und Geborgenheit meiner Familie. Nur so kann ich vielleicht der Hölle in mir Herr
werden.” |
|
Overview |
|
Monomanie |
|
| Strophe 1 |
Nichts blieb von früherer Gestalt - bleich, ausgezehrt, oh Berenice – mich quält geistiger Verfall und Du schwebst bald ins Paradies. |
| Refrain 1 |
Stunden starre ich Dich an – gleichst einem Schatten, einem Geist – Deine Augen halten mich gebannt, so schwarz in ätherisch-formlosen Weiß. |
| Strophe 2 |
Überirdisch liegst Du da. Der Husten spricht von Deinem Tod. Die ganze Zeit bin ich Dir nah, zerbreche unter all der Not. |
| Refrain 2 |
Stunden starre ich Dich an. Mantel und Katze wärmen Dich. Mehr hast Du nicht, denn Dein Mann versagt im Leben fürchterlich. |
| Strophe 3 |
Bin ihnen geistig überlegen, doch hab’ ich kaum genügend Geld, kann mich in ihre Welt nicht fügen, weshalb sie uns nur weiter quält. |
| Refrain 3 |
Stunden starre ich Dich an, trinke aus Kummer viel zu viel, verstärkt in mir noch mehr den Wahn, bis Erinnerung und Moral zerfiel. |
| Strophe 4 |
Alkohol macht mich zum Dämon. Ich tue Dinge, weil sie Unrecht sind, danach versinke ich vor Scham. Widernatur spaltet meinen Sinn. |
| Refrain 4 |
Stunden starre ich Dich an. Du bewunderst mich noch immer. Deine schwarzen Augen blicken mich an mit leblos-glanzlos-mattem Schimmer. |
| Strophe 5 |
Die schwarze Katze als starker Kontrast liegt immer auf Deiner kranken Brust. Liebliche Blässe, vom Tod längst erfasst, Deine Schönheit weckt so die größte Lust. |
| Refrain 5 |
Stunden starre ich Dich an – Verlangen, Sucht nach Deiner Liebe - unsagbar tief in Deinem Bann treibt Wahnsinn weiter seine Triebe. |
| Strophe 6 |
Meine Krankheit lähmt den Geist, kann nur noch an Dein Antlitz denken, während mein Herz langsam vereist – ach, könnte ich Dir neues Leben schenken. |
| Refrain 6 |
Stunden starre ich Dich an – ätherisches Wesen – schwach schimmernder Geist – Schatten eines Menschen, du lächelst mich an unter eingefall’nen Lippen, Deine Zähne so unendlich weiß. |
| Strophe 7 |
In dieser Zeit kann ich nicht schreiben, so nimmt die Armut weiter zu. Liebe, Angst, Verzweiflung treiben mich weiter auf den Abgrund zu. |
| Refrain 7 |
Stunden starre ich Dich an. Mein Verlangen wird zu Blut. Immer mehr glaub’ ich daran: Ich nehme Dir die Lebensglut. |
| Outro |
So treiben wir dem Tod entgegen, Körper und Geist in seiner Hand. Wir wandeln auf düst’ren, endgültigen Wegen. So lang ich kann seh’ ich Dich an. Stundenlang seh' ich dich an... |
|
Overview |
|
Das letzte Lebenslicht |
|
| Intro |
Ein letztes Mal flackerte Dein Lebenslicht gleich einer Flamme, die bald verlischt. In Deiner Kammer schliefst Du ein – doch nun für immer – ließt mich allein. |
| Strophe |
Ein letztes Bild wurde von Dir gemalt, als tot Du in Deinem Bette lagst. Getan war der letzte Pinselstrich. Zitternd und bleich sah ich in Dein Gesicht, rang nach Atem und schrie laut: „War ich es, der Dir dein Leben geraubt mit meinem Wunsch nach Deinem Gesang?” Und nun zog ich Dir Dein Totenkleid an, auf dass Dein Leichnam wird aufgebahrt – Dein Bild für immer neben Mutters verwahrt. |
| Outro |
Und wenn die Sterne am Himmel stehen, kann ich in ihnen Deine Augen sehen. Träume von Dir in jeder Nacht, unsere Liebe war von großer Pracht. Du lebtest für mich und ich nur für Dich, eine größ’re Liebe existierte nicht. So lieg’ ich hier bis der Morgen naht in jeder Nacht an Deinem Grab. |
|
Overview |
|
Death |
|
|
(Instrumental) |
|
|
Overview |
|
Flackernd |
|
| Edgar: |
„Louisa?! Louisa?!” |
| Louisa: |
„Ganz ruhig, ich bin ja hier!” |
| Edgar: |
„Louisa, Du hast Dich um Virginia gekümmert, jetzt musst Du mir helfen! Du musst alles aufschreiben, was ich sage, für die Verleger.
Wenn ich sterbe und ihnen nichts Neues hinterlasse, werden sie aller Welt erzählen, ich sei unzuverlässig und wortbrüchig.” |
| Louisa: |
„Du wirst Dich jetzt schön zurück ins Bett legen und Dich ausruhen. Du hattest einen Nervenzusammenbruch, warst mehrere Tage ohne
Bewusstsein, Dein herz schlägt nicht mehr regelmäßig und Dein Gehirn hat durch das Fieber Schaden genommen. Deswegen verträgst
Du nichts und jedes Mittel kann zu Wahnausbrüchen führen. Du brauchst jetzt erstmal viel Ruhe.” |
| Edgar: |
„Ruhe,… sie kann mich nicht heilen, Louisa. Aber Du kannst! Ich brauche Liebe! Nur die Liebe einer Frau kann mich retten. Du bist mein Engel
in der Not. Nur Deine Gegenwart kann mir Ruhe geben. Heirate mich!” |
| Louisa: |
„Nein, Edgar, das kann ich nicht. Mein Stand und Dein Ruf vertragen sich nicht. Ich bin gern Deine Freundin in der Not und werde Dich pflegen
bis Du wieder gesund bist, aber ich kann Dich nicht heiraten.” |
| Edgar: |
„Dann bin ich verdammt. Ohne Liebe werde ich bald sterben. Ich brauche Deine Liebe, bitte Louisa.” |
| Louisa: |
„Du hast viel durchgemacht, aber es wird schon wieder gut.” |
| Edgar: |
„So lange sich die Menschheit nicht ändert wird für Einen wie mich niemals etwas gut. Und das hat sie nie und wird es auch
nicht.” |
| Louisa: |
„Jetzt nimmst Du erstmal schön Deine Laudanumtropfen und beruhigst Dich wieder.” |
|
Overview |
|
Todessehnsucht |
|
| Strophe 1 |
Oh Helen, nun bist Du die Leidenschaft, die meiner Seele gibt neue Kraft. Doch als die Gesellschaft von uns erfuhr warnte sie Dich auch schon davor, für immer meine Frau zu werden, und wieder lag meine Welt in Scherben. Nie mehr zu trinken hab’ ich Dir versprochen, doch auch dieses Wort habe ich gebrochen. In wildem Wahnsinn kam ich zu Dir und flehte mit lauter Stimme: „Hilf mir! Vor drohendem Unheil errette mich! Der Dämon, er foltert mich schrecklich! Mein Schicksal hängt ab alleine von Dir, doch Du sagtest für immer „Lebwohl” zu mir.” |
| Strophe 2 |
Oh Annie, lieblich, reizvoll und charmant, doch liebst Du innig einen and’ren Mann. Ach, würde er doch einfach sterben, so könntest Du mein Eheweib werden. In einem Brief hab’ ich Dir geschrieben, wie wahnsinnig ich Dich würde lieben und bat Dich um einen letzten Gefallen, am Sterbelager meine Hand zu halten. So ging ich fort, irrte ziellos umher, weinte die ganze Nacht ein Tränenmeer, doch der Dämon quälte mich weiter fort. Ach, komm zu mir an jenen Ort, wo der Tod mich holen wird, wenn das Laudanum hat gewirkt, von dem ich zwei Unzen nehmen werde, auf dass ich endlich im Wahnsinn sterbe. |
| Outro |
Doch diese Worte hast Du nie erblickt, denn der Brief blieb ungeschickt, als mir das Bewusstsein schwand, und so Deine Liebe ich nie gewann. Doch ein Freund gab mir Erleichterung und rettete mich aus dem Delirium. |
|
Overview |
|
Im Auge des Sturms |
|
| Strophe 1 |
Oh Maria, treu’ste Freundin, der Schmerz, von Dir getrennt zu sein, zerreißt mich gänzlich und ich bin stets traurig, einsam und allein und krank. Du sahst beim Abschied schon das Flackern des Wahnsinns in meinem Gesicht. So hoffnungsvoll zog ich davon, doch Rettung gibt es für mich nicht. |
| Strophe 2 |
Mutter Maria, warst selbst doch so stark, Mutter von kränklichem Liebreiz im Grab, Mutterersatz für blühenden Wahn, zum letzten Mal bitt’ ich Dich: „Komm!” Delirium und Nacht umschatten mein murmelndes Irren, verfolgt durch die Gassen. Für Dich zu leben wäre ein Grund, doch hoffnungslos, so stirb mit mir. |
| Strophe 3 |
Verfolgt werd’ ich von Unbekannten, mich zu töten ist ihr Plan. Obwohl der Tod mich lockt, ich rannte. Ich weiß nicht wie, doch ich entkam. Ich fand mich eingesperrt in Schrecken. Mit Dieben, Dämonen schloss man mich ein. Meine Furcht konnte eine Frau erwecken, ihr Flüstern hüllte sanft mich ein. |
| Strophe 4 |
Nie wieder in der Gosse landen, nie wieder krank von Alkohol. Diesem Versprechen hab’ ich zu verdanken, dass mir fast ist wieder wohl. Dann sah ich Dich wieder und alles ward gut, las wieder Gedichte, fasste neuen Mut. Oh Myra – Elmira, kein Vater, kein Mann, der sich diesmal zwischen uns drängen kann. |
| Refrain 1 |
Beliebt, gefeiert und reich wie nie und Dir versprochen, doch der Schatten schwand nie. Zu spät, dem Strudel zu entsteigen, zu weit ist mein Geist von mir entfernt. |
| Strophe 5 |
Ich muss nun gehen, doch komm’ ich wieder, nehm’ meine Arbeit wieder auf. Meine Krankheit befällt mich langsam wieder, doch auch Deine Sorge hält mich nicht auf, muss meine Mutter zu mir holen. Ein Stern fällt über meinem Haupt. Schatten steigen aus dem Boden. Dunkelheit rieselt herab wie Staub. |
| Refrain 2 |
Gnädig nimmt die Nacht mich auf und mein Ende zieht herauf. Zu spät, dem Strudel zu entsteigen, zu lang nagten Schatten an Seele und Herz. |
|
Overview |
|
Verlöschen |
|
| Edgar: |
„Sie kommen! Reynolds, hilf mir! Ich sehe das Licht!” |
| Doktor: |
„Mr. Poe? Hören Sie mich? Wie geht es Ihnen?” |
| Edgar: |
„Miserabel, mein Kopf schmerzt so fürchterlich.” |
| Doktor: |
„Ich werde Ihnen zur Beruhigung etwas Alkohol geben.” |
| Edgar: |
„Sir, selbst wenn mir das helfen könnte, ich werde keinen Tropfen trinken!” |
| Doktor: |
„Dann gebe ich Ihnen Laudanum.” |
| Edgar: |
„Das ist nicht besser, nur ein weiterer böser Geist von Verlorenen und Verrückten auf dieser untergehenden Welt. Wieso bin ich schon
wieder in einem vergitterten Raum eingesperrt?” |
| Doktor: |
„Dies ist ein Krankenhaus. Sie sind hier nicht eingesperrt. Sie wurden bewusstlos auf der Straße gefunden und ich kümmere mich
seitdem um Sie. Können Sie sich daran erinnern, was vorher geschehen ist?” |
| Edgar: |
„Nein, es verschwimmt alles im Dunkeln hinter einer schrecklichen Furcht, dass mich jemand ins Meer werfen wird. Es wirkt alles wie ein
böser Traum… Sie müssen meiner Mutter und meiner Verlobten Myra schreiben. Sagen Sie ihnen, ich war krank und bin jetzt tot und dass ich
mir keiner Tat bewusst bin, die mich in diese Lage gebracht haben könnte.” |
| Doktor: |
„Natürlich. Gibt es noch andere, die ich benachrichtigen soll?” |
| Edgar: |
„Nein! Niemand soll mich so ehrlos sehen. Das Beste, das ein Freund für mich tun kann, ist mir eine Kugel durch den Kopf zu jagen. Es sind die Toten um mich her. Sie stehen aus den Gräbern auf. Virginia? Mutter! Siehst Du die weißen Vögel, Reynolds? Dort vorne… Verfolger reißen mich hinab, sie stürzen mich in Dunkelheit, nehmen das Geld für Mutter und mich. In der Stille der Unendlichkeit fallen sterbend der Bäume Blüten. Virginias Augen strahlen in der Nacht. Sie werden mich umbringen! Sie haben mich gefunden, obwohl mir John meinen Bart abnahm. Sie haben mich trotzdem erkannt… Meine Werke werden verdammt, mein Grabstein von einem Zug zerstört… Doch irgendwann, Virginia, bist Du wieder bei mir und wirst nicht mehr auf Jahrmärkten ausgestellt… Ein Rabe wird über uns wachen. Dies ist das Ende… Ich fühle die Schwärze in meinem Geist… Gott helfe meiner armen Seele.” |
|
Overview |
|
Traum im Traum III - Somnium in Somnio |
|
| Strophe 1 |
Nehmt von mir diesen letzten Kuss auf Eure Stirn, denn es ist Zeit, dass ich nun Abschied nehmen muss. In diesem Moment ist es soweit. Ich muss mich nun dafür bekennen: Mein ganzes Leben war ein Traum. Ihr konntet es schon lang erkennen, Euerer inn’ren Stimme trau’n. |
| Bridge 1 |
Denn wenn die Hoffnung fort geflogen bei Nacht oder des Tages Stunden, in Wirklichkeit oder Visionen, ist sie weniger verschwunden? |
| Refrain 1 |
Was wir scheinen und auch schau’n ist nur Traum in einem Traum. |
| Strophe 2 |
Ich weiß noch, als ich einmal stand, die Brandung um mich tosend laut, an einem Qual bringenden Strand, hab’ ich aufs Meer hinaus geschaut. Und ich hielt in meiner Hand, golden in der Sonne schimmernd, ein paar Körnchen von dem Sand und ich weinte kläglich wimmernd. |
| Bridge 2 |
Sah sie durch meine Finger kriechen und die unbarmherzig’ Wellen sie mit sich tragen in die Tiefen. Warum konnt’ ich denn keines retten? |
| Refrain 2 |
Was wir scheinen und auch schau’n ist nur Traum in einem Traum. |
| Outro |
Ist denn alles, was wir scheinen,
und auch alles, was wir schau’n,
ist dies alles nur ein Traum -
nur ein Traum in einem Traum? |
|
Overview |
|
Love Madness Death III - Finale |
|
|
(Instrumental) |
|
|
Overview |
|
Is there balm in Gilead? |
|
|
(Instrumental) |
|
|
Overview |
|










